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Amoris laetitia

Papst Franziskus hat am 8. April 2016 das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ veröffentlicht. Vorgestellt wurde es von Kardinal Christoph Schönborn.

Das Schreiben im Wortlaut (als pdf zum Download)

Vorstellung des Papstschreibens (Radio Vatican)

Einige Stellungnahmen zu diesem wichtigen und richtungsweisenden Dokument:

Kardinal Schönborn:

Das päpstliche Schreiben "ist von A bis Z ein Dokument der Liebe und der Freude an der Liebe", so Schönborn wörtlich. Dem Schreiben müsste man deshalb eigentlich das berühmte Wort des Heiligen Augustinus voranstellen: "Liebe und tue was du willst." Schönborn: "Die Liebe zeigt den Weg; weil sie anspruchsvoll ist und weil sie eine Freude ist. Franziskus spreche mit viel Lebensnähe, Herzenswärme und Realismus von der Schönheit der Liebe. Es werde deutlich, "dass er wirklich dem Leben der Menschen nahe ist", so der Kardinal und weiter wörtlich: "Man spürt den Seelsorger, der viel mit armen Menschen zu tun hat, die sich auch in ihren schwierigen Verhältnissen bemühen, Familie zu leben". Der Papst drücke zudem eine tiefe Bewunderung aus für kleine Schritte, die Menschen in schwierigen Situationen schaffen. Diese bewerte er mitunter als größer als jene von Menschen, die einen sehr geordneten und wohlhabenden Lebensrahmen haben.

Papst Franziskus spreche klar die Situation von unverheiratet zusammen lebenden Paaren und geschiedenen Wiederverheirateten an. Er lade sie zuerst ein, auf die Hilfe Gottes und die Offenheit der Kirche zu vertrauen. "Sie gehören in das Leben der Kirche integriert und dürfen auf die Hilfe der Kirche bauen", so der Kardinal. Das sei vor allen auch eine große Aufforderung an die Gemeinden, "wie sie mit Menschen in diesen Situationen umgehen"; und das schließe auch die Hilfe der Sakramente in bestimmten Fällen ein. (Quelle: http://www.katholisch.at/aktuelles/2016/04/08/ausrichtung-auf-die-liebe-ist-wichtiger-als-normen )

Paul Michael Zulehner:

Das nachsynodale Papstschreiben "Amoris laetitia" stellt eine "wahrhaft pastorale Wende" und "Neuausrichtung der Seelsorge im Umkreis von Scheidung und Wiederheirat" dar. Mit diesen Worten hat der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner am Freitag gegenüber "Kathpress" das am selben Tag veröffentlichte Dokument gewürdigt. Wenn Papst Franziskus beim Kommunionempfang von Geschiedenen nun die Gewissensentscheidung der betroffenen Menschen im "forum internum" in die Mitte stellt, sieht dies laut Zulehner der ostkirchlichen Praxis - die eine kirchliche Wiederverheiratung unter bestimmten Bedingungen ermöglicht - nur auf den ersten Blick ähnlich. Der Ansatz von Papst Franziskus sei "letztlich weitaus moderner".

Zulehner erwähnt Gläubige, deren Ehe "aus einem nicht zu entflechtendem Gemenge von Schuld und Tragik" zu Ende ging und in vielen Fällen tiefe Wunden bei den Beteiligten hinterließ. Auf dem Weg der Klärung und Heilung könne es hilfreich sein, wenn Betroffene kompetente seelsorgliche Begleitung haben. Deren Ziel sei nach den Vorgaben des Papstes "nicht Verurteilung, sondern Heilung, nicht bleibender Ausschluss, sondern schrittweise die volle Integration ins kirchliche Leben". Der Papst wolle Integration und Inklusion, und dies nach einem guten Weg der geistlichen Unterscheidung - "was immer nur im konkreten Einzelfall möglich ist", so Zulehner. "Ermutigend" nannte der Theologe die Aussage des Papstes, "dass manchmal eine Trennung unvermeidlich, ja moralisch geradezu notwendig sein kann" (Quelle: http://www.katholisch.at/aktuelles/2016/04/08/scheidung-und-wiederheirat-zulehner-sieht-pastorale-wende ).

Renate Moser:

Das Papstschreiben "Amoris laetitia" gibt der Seelsorge für wiederverheiratete Geschiedene enormen Rückenwind: Das hat die in der Erzdiözese Wien für diesen Bereich Zuständige, Renate Moser, am Freitag im Interview gegenüber "Kathpress" dargelegt. "Der Papst verurteilt oder beurteilt nicht den Status quo der Geschiedenen, sondern sagt: Schaut euch die Geschichten dieser Menschen an", hob die Leiterin der zur Kategorialen Seelsorge gehörenden Dienststelle "Plattform für Geschiedene und Wiederverheiratete" (WIGE) hervor.

Die Plattform WIGE der Erzdiözese Wien widmet sich seit 1989 in besonderer Weise den Geschiedenen und Wiederverheirateten. Der von Kardinal Christoph Schönborn formulierte Grundsatz der Arbeit der Dienststelle: Auch jene, die in ihrer Ehe gescheitert sind, sollen wissen, dass sie in der Kirche ein Zuhause finden. Ausgangspunkt der WIGE sei der Umstand, dass viele getrennt Lebende, Geschiedene, Alleingebliebene oder Wiederverheiratete die Sehnsucht nach Gott und seinem Segen für ihren Lebensweg verbinde, erklärte Moser. Gespräche, Weiterbildung und Beratung werden dazu angeboten und man fördert den pastoralen Umgang mit Menschen, deren Ehe gescheitert ist.

In weiten Strecken erinnere sie das nachsynodale Schreiben des Papstes an eine 2007 von der WIGE mit Anregungen von Kardinal Schönborn verfasste Broschüre, die in der Erzdiözese Wien den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen regelt, so Moser. Auch in dieser Broschüre, die den Titel "Aufmerksamkeiten" trägt, gehe es u.a. darum, "dass wir auf die Kinder schauen sollen, sowie auf den Partner, der gegangen oder zurückgeblieben ist". Zentrales Anliegen sei die pastorale Begleitung der Betroffenen. "Es wird gesagt: Steht ihnen hilfreich zur Seite, holt sie in die Kirche rein - denn sie sollen nicht Randfiguren sein." (Quelle: http://www.katholisch.at/aktuelles/2016/04/08/papstschreiben-gibt-rueckenwind )

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