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Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums".

Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden; damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den "17. Jänner - Tag des Judentums" als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt.

Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken.

Anlässlich dieses Gedenktages ein paar Informationen zum „Kirchenjahr“ des Judentums:

Der jüdische Kalender ist ein Mondkalender. Neben dem Normaljahr mit 12 Monaten (354 Tage) gibt es zur Angleichung an das Sonnenjahr Schaltjahre mit 13 Monaten (384 Tage).

Wir befinden uns derzeit im jüd. Jahr 5780, das am 29./30. September 2019 begonnen hat. Der jüdische Kalender zählt die Jahre ab dem Zeitpunkt der biblischen Schöpfung der Welt, die man nach den biblischen Chroniken auf das Jahr 3761 v. Chr. berechnete.

Der jüdische Kalender rechnet den Tag vom Abend zum Abend („und es war Abend und es war Morgen, ein Tag“, Gen. 1,5).

So beginnt der Sabbat (Schabbat) (=Ruhetag, Ruhepause), der 7. Tag der Woche, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll (im Schöpfungsbericht ruhte Gott am 7. Tag), am Freitagabend und dauert bis zum Einbruch der Dunkelheit am folgenden Samstag. Er beginnt traditionell mit dem Sabbatsegen (Kiddusch) und einem Festmahl im Kreis der Familie.

Das jüdische Jahr beginnt mit dem Neujahrsfest, Rosch ha-Schanah („Kopf des Jahres“). In der Thora als „Tag des Gedenkens“ bezeichnet, ist es nicht wie das christliche Neujahrsfest ein Freudenfest, sondern – wie der Name schon sagt – ein Tag des In-Sich-Gehens. Es ist der Auftakt zu den zehn Bußtagen, die dann mit dem Versöhnungsfest (Jom Kippur) ihr Ende finden. In diesen Tagen soll man über das letzte Jahr nachdenken, sich seiner Fehler bewusst werden und andere, denen man Unrecht getan, um Verzeihung bitten. Einige Tage lang isst man in Honig getunkte Äpfel, die ein süßes Jahr symbolisieren sollen. Es heißt auch, dass in diesen Tagen das Urteil gefällt wird, wie das nächste Jahr verlaufen wird. In den zehn Bußtagen ist es Sitte wie auch in den Tagen zuvor, besondere Bußgebete (Selichot) zu sprechen und zum Friedhof zu gehen (was ansonsten im Judentum nicht üblich ist, da die Ruhe der Toten nicht gestört werden soll).

Die zehn Bußtage finden ihren Abschluss im Versöhnungsfest Jom KippurJom Kippur ist der höchste Feiertag, es wird gefastet, d.h. weder gegessen noch getrunken. Man kleidet sich bescheiden und verzichtet auf jede Art von Luxus. Der Tag wird größtenteils betend in der Synagoge verbracht, danach fühlt man sich wieder rein (im rituellen Sinne) und bereit für ein neues Jahr.

Kurz darauf beginnt Sukkot, das Laubhüttenfest. Dieses Fest dauert acht Tage, allerdings sind nur die ersten beiden und die letzten beiden Tage Feiertage, die anderen Halbfeiertage. Sukkot ist zum einen ein Erntedankfest und zum anderen eine Erinnerung an die Zeit, in der das Volk Israel durch die Wüste wanderte und in Zelten und Hütten schlafen musste. „Sukkot“ ist der Plural von „Sukkah“ und „Sukkah“ heißt „Hütte“. Man errichtet eine Laubhütte, eine kleine Hütte, in der das Dach mit Laub bedeckt ist und mit viel Obst geschmückt wird, und nimmt dort Mahlzeiten ein, ganz Orthodoxe übernachten sogar in der Laubhütte. Der letzte Tag heißt Simchat Thora, Thorafreudenfest. An diesem Tage wird die Thora, die im Laufe eines Jahres im Gottesdienst laut vorgelesen wird, zu Ende gelesen und wieder von vorne begonnen. Alle Thorarollen, über die die Gemeinde verfügt, werden durch die Synagoge getragen, man tanzt und singt, Bonbons fliegen die Luft, die Kinder krabbeln auf dem Boden herum, um sie aufzulesen. Für die Kleinsten ist es das Fest schlechthin!

Zwischen Ende November und Ende Dezember beginnt das Chanukkah-Fest (Lichterfest), das acht Tage lang dauert. Das Chanukkah-Fest erinnert an den Aufstand der Makkabäer gegen die Griechen und die Reinigung des entweihten Tempels. Einer Legende nach wurde im Tempel noch ein kleines Fläschchen Öl gefunden, das normalerweise nur für einen Tag gereicht hätte, aber durch ein Wunder acht Tage lang brannte. Aus diesem Grunde werden acht Tage lang Kerzen angezündet, am ersten Tag eine Kerze, am zweiten Tag zwei, bis am letzten Tag acht Kerzen brennen. Der Leuchter, der für diese Kerzen verwendet wird, heißt Chanukiah. Chanukkah ist eines der nachbiblischen Feste, also eines, das in der Thora nicht erwähnt ist.

Heuer findet das Purim-Fest am 10. März 2020 statt. Purim ist ebenfalls – wie Chanukkah – ein nachbiblisches Fest, es erinnert an die wundersame Rettung des jüdischen Volkes vor der Verfolgung Hamans, dem Statthalter des persischen Königs Achaschweros. An diesem Tage wird in der Synagoge die Megillat Esther (die Rolle Esther) vorgelesen, die die Geschichte der Rettung beschreibt. Es ist ein wahres Freudenfest, man verkleidet sich, der Genuss von Alkohol ist ausdrücklich erlaubt (allerdings soll man damit aufhören, bevor man sich daneben benimmt). Auch die Frauen, die sonst – im Gegensatz zu den Männern – von der Pflicht zum Synagogenbesuch freigestellt sind, sollen an diesem Tage in die Synagoge gehen. Der Grund hierfür liegt darin, dass eine Frau (nämlich die Königin Esther) entscheidenden Anteil an der Errettung hatte.

Als nächstes folgt das acht Tage währende Pessachfest (wie bei Sukkot sind jedoch nur die beiden ersten und die beiden letzten Tage Feiertage), das heuer vom 9. bis 16. April 2020 gefeiert wird. Pessach ist das Familienfest schlechthin, am ersten Abend gibt es den Seder, an dem die Geschichte des Auszugs aus Ägypten erzählt wird und man sich den Unterschied zwischen Sklaverei und Freiheit vergegenwärtigt. Eine lange Tafel, mit vielen Köstlichkeiten und gutem Essen, viel Gesang, viele Geschichten, man sitzt bis zum frühen Morgen zusammen und feiert. Manchen christlichen Theologen gilt dieser Sederabend als Ursprung des Abendmahls. Dann dürfte das Brot, das Jesus verteilte, Matzah, das ungesäuerte Brot, gewesen sein, denn am Sederabend verteilt der Hausherr Matzah an alle Anwesenden.

Genau 50 Tage nach Pessach ist Schawuot (Wochenfest) – heuer 29./30. Mai 2020 -  (auch das christliche Pfingstfest wird in gleichem zeitlichen Abstand nach Ostern begangen). Dies ist – neben Sukkot und Pessach – das dritte Wallfahrtsfest. Ursprünglich ein Erntedankfest, erinnert es vorwiegend daran, daß an diesem Tage das Volk Israel am Berge Sinai (durch Moses) die Thora erhielt.

Quellen: www.wikipedia.org   www.christen-und-juden.de

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