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Die Anlage

Der Kreuzweg beginnt in Unterranna neben dem Bildstock des hl. Johannes Nepomuk und führt steil den Berg empor. Rechts und links des steilen Bergpfades befinden sich die Kreuzwegstationen in Form von offenen, gemauerten, halbrunden Bildstöcken. Nach neun solchen Stationskapellen erreicht man die barocke Kreuzigungskapelle. Sie hat elliptischen Grundriss

Kreuzigungskapelleund ist mit einer Kuppel ausgestattet. Im inneren befinden sich ein Altar mit dem großen Kruzifix (12. Station) und zwei Stationsbildern (10. und 11. Station).

Vor der Kapelle führt der Weg hinunter zu einem Rundbau, der Grablegungskapelle (13. und 14. Station), die erst im Zuge der Renovierungsarbeiten als solche identifiziert werden konnte. Im Inneren führen steinerne Stufen hinab zur Grablegungsstelle, die ursprünglich durch ein Halbgewölbe vom übrigen Raum getrennt war. Ansätze dieses Gewölbes blieben erhalten. Der Weg bergabwärts führt wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Geschichte

Die Kalvarienberganlage ließen die Mönche des Klosters Unterranna in der 2. Hälfte des 17. Jhdts. am Hang des Höllerberges errichten.

Das Kloster selbst wurde 1414 von Hans III. von Neideck und seiner Gattin Kunigunde als Hauskloster der damaligen Burgherrn zu Ranna gestiftet und mit 12 Paulinermönchen aus Ungarn besiedelt. Die Blütezeit erlebte das Kloster im 17. Jhdt.:

  • 1677 Stiftung von 4 prächtigen Altären in der Klosterkirche (Patrozinien: Maria und Stefanus).

  • 1701 Erweiterung der Klosteranlage durch einen Zubau.

Josef II. löste 1783 das Kloster auf, die Gebäude wurden zugunsten des Religionsfonds versteigert. 50 Jahre später wurden zur Baumaterialgewinnung Teile der Kirche, Klosterzellen und des Kalvarienberges niedergerissen, der Rest verfiel.

Revitalisierung

Nach 50 - jährigem Dornröschenschlaf erinnerte man sich der verfallenen Stationen und der Kreuzigungskapelle, von der nur mehr Reste der barocken Fassade erhalten geblieben waren. So fasste der Vorstand des Verkehrsvereins Mühldorf 1985 den Entschluss, die Revitalisierung der Anlage unter Anleitung von Fachleuten in Angriff zu nehmen.

Die mühevollen, zeitaufwendigen und teuren Arbeiten, die erst durch den unermüdlichen Einsatz des leider allzu früh verstorbenen Obmannes Oswald Stalzer und eines harten Kerns seiner Mitarbeiter ermöglicht wurden, fanden nach kurzer Zeit Anerkennung und Unterstützung der Bevölkerung. Während der Bauarbeiten entdeckte man die Grablegungskapelle, die heute ebenso wie die Kreuzigungskapelle zu den Schmuckstücken des Kalvarienberges in Unterranna zählt.

Prof. Hermann Bauch aus Kronberg im Weinviertel hat die aussagekräftigen Stationsbilder des Kreuzweges gemalt.

Im Jahre 1993, nach 8 Jahren Bauzeit, wurde die Anlage von Prälat Dr. Clemens Lashofer, Abt des Stiftes Göttweig, in würdiger Weise und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geweiht.

   

Aus der Festschrift zur Einweihung des Kalvarienberges:

Der Abt von Göttweig

Der feierlichen Feldmesse vor der Kreuzigungskapelle und der Segnung des Kalvarienberges in Unterranna am 22. August 1993 gingen Jahre intensiven Arbeitens und selbstlosen Einsatzes durch die Mitglieder des Verkehrsvereines Mühldorf voraus.
Ich möchte zu dieser Initiative gratulieren und dem Verkehrsverein Mühldorf für das Wiedererstehen des Kalvarienberges danken, besonders den rührigen „Motoren", Obmann Bezirksinspektor Oswald Stalzer und Kassier Professor Karl Höbartner.
Kalvarienberge als Nachbildungen der heiligen Stätten ermöglichten es unseren Vorfahren, die nur selten die Möglichkeiten hatten, das Heilige Land aufzusuchen, sich den Ort und damit das ganze Geschehen der Erlösung bildlich vor Augen zu stellen.
Diese künstlerischen Darstellungen der Heilsereignisse wollten und wollen daher nicht Selbstzweck sein, sondern den Blick der Betrachter schärfen für dasjenige, das hinter den Bildern steht.
So wollte auch der Kalvarienberg von Unterranna für die Menschen vor uns und so will er für uns heute ein Zeichen der Erinnerung sein, daß wir durch den Tod und die Auferstehung Christi erlöst sind.
Dieser Kalvarienberg erinnert uns aber nicht nur an das Werk der Erlösung, er erinnert uns auch an die Mönche des ehemaligen Paulinerklosters, die in den vergangenen Jahrhunderten an diesem Ort gelebt und die auch durch die Errichtung dieses Kalvarienberges ein Zeichen des Glaubens, den sie in sich trugen, auch äußerlich zum Ausdruck gebracht haben. Der Glaube soll nicht nur eine Sache des Inneren, eine Sache des Herzens sein, er muß sich mitteilen: durch Worte, durch Taten oder auch durch ein solches Werk, wie es dieser Kalvarienberg ist.
Ich wünsche allen, die diesen Kalvarienberg aufsuchen, daß sie zu dem finden, von dem gesagt wird: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat" (Joh 3,16).

Göttweig, 20. Mai 1993

Kalvarienberg - ein Gedicht 

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